Geschichte

Die Gemeinde Cerklje
Die ersten Spuren menschlichen Wirkens im Siedlungsgebiet der Gemeinde Cerklje wurden auf den Terrassen unterhalb der Kirche des hl. Stephan auf der Štefanja gora gefunden. Diese Funde erbringen den Nachweis für die Besiedelung gegen Ende des Paläolithikums (ältere Steinzeit).
In der jüngeren Steinzeit (Neolithikum) gab es mehrere Siedlungen in der hügeligen Gegend etwa 700m über dem Meeresspiegel – sie wurden auf der Anhöhe Vrtičnik entdeckt, oberhalb des Flusses Kokra und einen guten Kilometer von Možjanca entfernt, ferner auf der Štefanja und Šenturška gora sowie unterhalb des Dorfes Stiška vas.
Bereits in der Bronzezeit, insbesondere jedoch in der Eisenzeit, widmeten sich die Menschen in unserer Region zunehmend einer zuverlässigeren Art der Nahrungsbeschaffung – nämlich der Viehhaltung. Diese trat an die Stelle der Jagd und des Ackerbaus, was wiederum das Sammeln von Früchten und Samen ersetzte. Die Landwirtschaft nahm allmählich jenes Ausmaß an, das sie in der Zeit der Antike und noch im frühen Mittelalter beibehielt.
Zu Beginn unserer Zeitrechnung standen die Orte unter römischer Besatzung. Es gibt zuverlässige Nachweise zweier römischer Siedlungen auf dem Gebiet der Gemeinde Cerklje: Šmartno und Lahovče. Neben den beiden größeren Siedlungen liegen noch andere Spuren römischer Besiedlung in dieser Region vor.
Nach dem Zerfall des Römischen Imperiums und der Ansiedlung der Slawen, setzte auch in den Orten der heutigen Gemeinde Cerklje die Christianisierung ein. Bei der ersten schriftlichen Erwähnung der Pfarre Cerklje handelt es sich um eine Urkunde, ausgestellt durch Herzog Berthold II. von Andechs in den Jahren von 1147 bis 1154. Die Urkunde bestätigt die Beschenkung der Mönche von Vetrinje durch den Ritter Mainhard Schabab aus Kokra, der seinen Besitz in der Nähe von Preddvor an die Mönche abtrat. Die Schenkung fand in den Jahren von 1147 bis 1154 statt, nach der Beisetzung seines Neffen in Cerklje, indem sein Onkel Mainhard Schabab aus Kokra, Ministeriale des Grafen Berthold II. von Andechs, vor Zeugen seine bereits vor Jahren vorgenommene Schenkung an das Kloster wiederholte. Als einer der Zeugen ist Richerus plebanus de sancta Maria eingetragen, was bedeutet: Richer, Pfarrer der hl. Maria. Da alle Maria geweihten Pfarren in der Region Gorenjska erst viel später entstanden sind, besteht kein Zweifel, dass es sich bei Cerklje um die älteste handelt.
Es gilt als historische Tatsache, dass der ursprüngliche Name der Siedlung, die um die Kirche Mariä Himmelfahrt entstand, Trnovlje war. Dies stützt sich auf die Sage über die Entstehung der Kirche von Cerklje. Schafhirten fanden im Dornenstrauch ein Marienbild. Den Fund verstanden sie als Hinweis, ihr zu Ehren eine Kapelle an dieser Stelle zu errichten. Sie erbauten diese inmitten der Dornensträucher, worauf sie den Namen Maria im Dorn bekam und der Ort in ihrer Nähe Trnovlje genannt wurde. Die Kapelle wurde aufgrund der zahlreichen Besucher bald zu klein, sodass man sie abreißen und eine größere Kirche errichten musste.
Die zweite Erzählung, die im Wesentlichen die Fortsetzung der ersten ist, berichtet, wie Cerklje zu seinem Namen kam. Im Zentrum des Dorfes standen einst drei Kirchen: die größte Kirche, die Marienkirche, stand in der Mitte. Aufgrund dieser drei Kirchen, die alle in unmittelbarer Nähe zueinander standen, begannen die Menschen den Ort einfach Cerkve (Kirchen), im Dialekt der Region Gorenjska „Cerkle“ zu nennen.
Cerklje wurde erstmals im Jahre 1239 in einer Urkunde erwähnt, die besagt, dass die Kirche der hl. Maria „in Cirkelach“ – also Cerklje liegt.
Die Pfarre war zu jener Zeit religiöses Zentrum sowie Kultur- und Wirtschaftszentrum der Region. Sie war auch die einzige verbindende Kraft der Siedlungsbewohner und der Region, die ihnen das Gefühl von Zugehörigkeit gab. Deshalb war der Sitz der Pfarre von besonderer Bedeutung. War dieser in Cerklje, so befand sich hier das Geschäfts-, Handels- und Verwaltungszentrum der Region. Als in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts noch das Kloster in Velesovo hinzukam (angesehenes Dominikaner-Frauenkloster Velesovo mit ursprünglicher Wallfahrtskirche, gegründet im Jahre 1238 bei der Kirche der hl. Margaretha, bereits im Jahre 1163 erwähnt), gab es innerhalb einer halben Gehstunde zwei für die dort angesiedelte Bevölkerung einflussreiche Zentren. Von größerer Bedeutung für die Entwicklung der Region war der Handel mit landwirtschaftlichen Produkten. Gehandelt wurde vor allem an den religiösen Feiertagen. Die meisten Menschen bestritten ihren Lebensunterhalt mit der Landwirtschaft. Ackerbau und Viehhaltung waren gut entwickelt, insbesondere die Pferdezucht und der Pferdehandel.
Aufgrund des oben erwähnten ersten schriftlichen Nachweises über das Bestehen der Pfarre Cerklje, ausgestellt von Herzog Berthold II. von Andechs in den Jahren von 1147 bis 1154, feierte die Gemeinde Cerklje im Jahre 2004 ihren 850-jährigen Bestand.
Quellen und Literatur:
Janez Močnik – Podobe iz nekdanjih časov, Občina Cerklje na Gorenjskem, 2004
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